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Luc Krol: Der Gründer, der Paradise Seeds in Amsterdam gehalten hat.

Seit 1994 führt er dieselbe Amsterdamer Seedbank – und hat mit Sensi Star eine der bekanntesten Indica-Linien der Neunzigerjahre hervorgebracht.
1. Oktober 2026 durch
Luc Krol: Der Gründer, der Paradise Seeds in Amsterdam gehalten hat.
Tom Jaud
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Die niederländische Seedbank Paradise Seeds gehört zu den wenigen Amsterdamer Gründungen der Neunzigerjahre, die bis heute unter ihrem Gründer arbeiten. Luc Krol hat das Unternehmen 1994 gestartet und ist nach Angaben der Firma weiterhin in die Zuchtarbeit eingebunden. Dieser Beitrag stützt sich ausschließlich auf öffentlich dokumentierte Angaben und Interviews; er bewertet die Person nicht, sondern ordnet ihren Beitrag zur Cannabis-Szene ein.

Amsterdam Anfang der Neunziger

Krols Weg beginnt nach Darstellung des Unternehmens in den späten Achtzigern in einem niederländischen Vorort: Als Jugendlicher zog er Samen an, die ein Freund von der Karibikinsel Aruba mitgebracht hatte. Anfang der Neunziger ging er nach Amsterdam. Dort baute er, wie er dem Fachmagazin Soft Secrets schilderte, in besetzten Häusern an – leerstehende Altbauten in der Innenstadt, ganze Etagen, im Sommer die Dächer. Die Polizei, so seine Erinnerung an diese Jahre, konzentrierte sich auf harte Drogen; ihm blieb Raum zum Experimentieren.

Sein Material landete im Coffeeshop Lucky Mothers und lief dort unter dem Namen Mother's Milk. Die Nachfrage nach Samen war da, bevor es eine Firma gab. 1994 wurde sein Anbau von der Polizei ausgehoben; nach der Darstellung des Unternehmens riet ihm sein Verteidiger, die Sache als reguläres Samenunternehmen aufzuziehen. Im selben Jahr entstand Paradise Seeds. Die ersten Sorten waren Amsterdam Flame, Nebula, Sheherazade, Dutch Dragon und Sensi Star.

Der Durchbruch mit Sensi Star

1999 gewann Sensi Star den High Times Cannabis Cup in der Indica-Kategorie und im selben Jahr einen ersten Platz beim Amsterdamer Highlife Cup. 2003 führte das Magazin High Times die Sorte als „Plant of the Year". Sie ist bis heute im Sortiment. Die genaue Abstammung hat Paradise Seeds nie offengelegt – Sortendatenbanken führen sie ausdrücklich nur als vermutete Kreuzung afghanischer und indischer Indicas mit Skunk-Material.

Woran sich die Handschrift erkennen lässt

Was Krol in Interviews beschreibt, ist weniger ein Sortenprofil als eine Arbeitsweise. Als Ziel der Selektion nennt er Stabilität und Gleichmäßigkeit, dazu Terpenprofil und Harzbildung. Der häufigste Fehler beim Züchten, sagte er 2022 gegenüber Soft Secrets, entstehe daraus, den Prozess zu überstürzen und zu wenig zu testen; wer selbst züchten wolle, brauche vor allem Platz, Geduld und eine gute Nase. Diese Linie zieht sich durch den Katalog: kompakte Indica-Selektionen wie Sensi Star oder Wappa neben Haze-Arbeiten wie Delahaze, über Jahre gepflegt statt im Jahrestakt ersetzt.

Was von dieser Generation geblieben ist

Paradise Seeds ist in Amsterdam geblieben, eröffnete 2011 ein eigenes Ladengeschäft in der Innenstadt und feierte 2024 das dreißigjährige Bestehen. Stillstand war das nicht: feminisierte Samen kamen 2005 dazu, Autoflowering-Sorten 2010, CBD-Linien 2021, dazu eine eigene Sparte für lizenzierte Produzenten und ab 2022 eine Zusammenarbeit mit der US-Genetikfirma Compound Genetics.

Das Schwergewicht der Branche hat sich längst nach Nordamerika verschoben, und von den Amsterdamer Häusern der Neunziger haben viele den Besitzer gewechselt oder den Betrieb eingestellt. Übrig geblieben sind vor allem jene, die ein erkennbares eigenes Profil behalten haben – und in denen dieselben Leute die Auswahl treffen wie vor dreißig Jahren. Das ist die eigentliche Einordnung dieser Züchtergeneration: nicht die Zahl der Pokale, sondern die Frage, wer nach drei Jahrzehnten noch dieselbe Arbeit macht.

Quellen: Paradise Seeds, Unternehmenschronik „The Paradise Seeds Story" (1990er- und 2020er-Jahre) sowie „About Paradise Seeds"; Stoney Tark, „An Interview with Luc Krol", Soft Secrets (2022); Aurélien Bernard, „Paradise Seeds, Amsterdam and Coffeeshop Culture", Newsweed (2020); SeedFinder, Datenbankeintrag Sensi Star (Auszeichnungen 1999–2010).

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