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Sherbet, Gelato und Cookies: Woher die Dessertsorten stammen.

Fast die gesamte Dessert-Familie aus den USA lässt sich auf wenige Kreuzungen aus San Francisco zurückführen.
20. September 2026 durch
Sherbet, Gelato und Cookies: Woher die Dessertsorten stammen.
Tom Jaud
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Gelato, Sherbet, Wedding Cake, Runtz: Süßspeisennamen prägen Sortenlisten inzwischen stärker als klassische Bezeichnungen wie Haze oder Kush. Dieser Beitrag ordnet ein, woher die sogenannten Dessertsorten stammen und wie sie zusammenhängen – als Begriffserklärung, nicht als Beratung oder Empfehlung.

Der Ausgangspunkt: Girl Scout Cookies

Die Linie beginnt Ende der 2000er-Jahre im Sunset District von San Francisco, im Umfeld des Züchters Jai Jigga Chang und des Rappers Berner: Girl Scout Cookies, kurz GSC. Über die Elternpflanzen kursieren unterschiedliche Angaben – meist genannt wird eine Kreuzung aus OG Kush und der südafrikanischen Landrassenlinie Durban Poison, Chang selbst beschreibt eine Durban-Auslese, gekreuzt mit einer OG-Kush-Linie. Gesichert ist das nicht; ein amtliches Sortenregister für Cannabis existiert in den USA bis heute nicht. Weil die Girl Scouts of the USA ihren seit 1936 eingetragenen Markennamen verteidigten, firmiert die Sorte heute meist als GSC.

Warum Thin Mint keine eigene Sorte ist

Aus einer Samenpartie wächst keine einheitliche Pflanze, sondern eine Bandbreite von Erscheinungsformen, den Phänotypen. Einzelne davon werden ausgewählt und als Steckling weitergegeben – eine solche Auslese heißt Cut. Thin Mint ist genau das: ein ausgewählter GSC-Phänotyp, der als Klon weiterlebt – keine eigene Züchtung, sondern eine bestimmte Pflanze aus der GSC-Population.

Von Sunset Sherbet zu Gelato

Um 2012 entstand ebenfalls in San Francisco Sunset Sherbet, benannt nach einer Speiseeissorte: Der Züchter Mario Guzman, bekannt als Mr. Sherbinski, kreuzte GSC-Genetik mit der Sorte Pink Panties – nach seiner Darstellung durch eine unbeabsichtigte Bestäubung. 2014 folgte der prägende Schritt: Sunset Sherbet wurde mit dem Thin-Mint-Cut gekreuzt. Aus der Nachkommenschaft wählten die Züchter mehrere Phänotypen aus und nummerierten sie durch – Gelato 25, 33, 41, 43, 45 und 49. Nummer 33 ist als Larry Bird bekannt, Nummer 41 als Bacio.

Eine Familie, viele Namen

Auf GSC und Gelato folgte eine ganze Generation: Wedding Cake, Lemon Cherry Gelato oder Runtz, eine Kreuzung aus Gelato und Zkittlez. Wie stark die Familie den Markt prägt, zeigen Zahlen des Analysehauses BDSA: In Kalifornien stieg die Zahl der Sorten mit Runtz im Namen zwischen Anfang 2021 und Anfang 2023 von 13 auf 75.

Was ein Sortenname aussagt – und was nicht

Ein Sortenname ist keine geschützte Bezeichnung und kein Herkunftsnachweis. Eine genetische Untersuchung von Schwabe und McGlaughlin (2019) fand bei Proben, die unter demselben Namen in verschiedenen Abgabestellen verkauft wurden, teils deutliche Unterschiede. Eine Analyse von mehr als 100 Proben in Nature Plants (Watts u. a., 2021) ergab zudem, dass sich als Indica und Sativa etikettierte Pflanzen genomweit nicht sauber trennen lassen – nachvollziehbar war die Etikettierung nur bei einzelnen Terpenen.

Fazit

Die Dessertsorten sind keine beliebige Namensmode, sondern eine Verwandtschaftslinie, die sich auf wenige Kreuzungen aus San Francisco zurückführen lässt. Wer sie kennt, liest Sortenlisten genauer – und weiß zugleich, dass der Name allein wenig über die konkrete Pflanze aussagt.

Quellen: David Downs, „Just desserts: The Cookies and Cakes family genealogy“, Leafly (Stand 2024); Dante Jordan, „The strains that made Cookies“, Weedmaps News (2021); Leafly-Sortenprofile Gelato und Sherbert; BDSA, „Strain Dynamics in the California Cannabis Flower Market“ (2023); Schwabe & McGlaughlin, Journal of Cannabis Research 1:3 (2019); Watts u. a., Nature Plants 7, 1330–1334 (2021).

Hinweis: Dieser Beitrag dient der neutralen Information und stellt weder eine medizinische Beratung noch eine Aufforderung zum Konsum dar.

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