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Ben Dronkers: Der Sammler hinter Sensi Seeds und dem Hanfmuseum.

Der Rotterdamer Unternehmer baute ab 1985 eine der ältesten durchgehend bestehenden Samenbanken Europas auf und trug parallel eine der umfangreichsten Sammlungen zur Kulturgeschichte der Pflanze zusammen.
8. August 2026 durch
Ben Dronkers: Der Sammler hinter Sensi Seeds und dem Hanfmuseum.
Tom Jaud
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Zwei Dinge, die in der europäischen Cannabis-Geschichte selten zusammenfallen, gehen im Werdegang von Ben Dronkers auf dieselbe Person zurück: eine Samenbank, deren Sortenkatalog seit den 1980er-Jahren fortgeschrieben wird, und ein Museum, das die Kulturgeschichte derselben Pflanze als Sammlung sichtbar macht. Beides entstand 1985 in Amsterdam. Dieser Beitrag bildet öffentlich dokumentierte Stationen und Leistungen ab und ist keine private Bewertung – Dronkers lebt und ist weiterhin mit dem von ihm gegründeten Unternehmen verbunden.

Vom Rotterdamer Hafen in die Amsterdamer Innenstadt

Dronkers wurde 1949 in Rotterdam geboren und fuhr als Jugendlicher zur See; ab 1963 arbeitete er für die Reederei Holland-America Line. Ende der 1960er-Jahre eröffnete er in Rotterdam ein Bekleidungsgeschäft. Prägend für alles Spätere waren seine Reisen: Aus dem Nahen Osten und aus Pakistan brachte er Saatgut mit, das er in den Niederlanden weiterzukultivieren begann – zunächst in provisorischen Gewächshäusern, später systematischer.

1985: Samen statt Blüten

Der entscheidende Schritt war ein rechtlicher. Der Verkauf von Cannabisblüten war verboten, Samen jedoch waren vom niederländischen Opiumgesetz nicht erfasst – eine Auslegung, die Dronkers nach eigener Darstellung anwaltlich prüfen ließ, bevor er sein Geschäftsmodell darauf umstellte. 1985 eröffnete er gemeinsam mit seinem Sohn Alan im Amsterdamer Rotlichtviertel einen Laden für Cannabissamen. Aus dem Sensi Seed Club wurde die Sensi Seed Bank; 2025 beging das Unternehmen sein 40-jähriges Bestehen.

Zur Größe des Katalogs trug 1991 eine Übernahme bei: Dronkers kaufte den Saatgut- und Pflanzenbestand der Seed Bank von Nevil Schoenmakers samt dessen Anwesen. Sorten aus dieser Linie blieben dadurch verfügbar, statt mit dem Betrieb zu verschwinden. 1994 gewann die Sorte Jack Herer, benannt nach dem US-amerikanischen Aktivisten, den ersten Platz beim High Times Cannabis Cup.

Ein Museum als Archiv

Ebenfalls 1985 eröffnete Dronkers gemeinsam mit dem US-Autor Ed Rosenthal in einem Grachtenhaus an der Oudezijds Achterburgwal 148 das nach eigenen Angaben weltweit erste Museum, das ausschließlich Cannabis gewidmet ist. Die Sammlung umfasst inzwischen mehr als 9.000 Objekte – darunter Pfeifen, Apothekengefäße, ein aus Hanfpapier gefertigter niederländischer Bibeldruck von 1836 und Gemälde wie eine Rauchhaus-Szene von David Teniers dem Jüngeren aus dem 17. Jahrhundert. Seit der Eröffnung zählte das Haus nach eigenen Angaben über zwei Millionen Besucher. 2012 kam ein zweiter Standort in Barcelona hinzu, untergebracht im historischen Palau Mornau im Gotischen Viertel, mit rund 8.000 Ausstellungsstücken.

Hanf jenseits der Blüte

1993 gründete Dronkers das Unternehmen HempFlax, das ab 1994 im nordniederländischen Oude Pekela Faserhanf anbaute und verarbeitete – nach Jahrzehnten ohne nennenswerten industriellen Hanfanbau in den Niederlanden. Heute wird für den Betrieb in den Niederlanden, Deutschland und Rumänien angebaut; verarbeitet wird unter anderem zu Bau-, Industrie- und Tierpflegeprodukten.

Einordnung

Dronkers gilt in der Fachpresse vor allem als Bewahrer: Der Sortenbestand seines Unternehmens umfasst nach Unternehmensangaben über 500 Varietäten, teils mit Genetik, die bis in die frühen 1970er-Jahre zurückreicht, und der erklärte Anspruch ist die Erhaltung alter Landrassen gegen deren Verdrängung durch immer neue Hybriden. Dieselbe Sammelhaltung liegt dem Museum zugrunde, nur mit Objekten statt Saatgut. Offiziell hat sich Dronkers aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen und lebt in Malaysia; die Geschäftsführung liegt bei seinen Söhnen Che Dronkers und Ravi Spaarenberg, während er in Unternehmensentscheidungen weiterhin eingebunden ist.

Quellen: Hash Marihuana & Hemp Museum, Amsterdam – Museumsangaben zu Gründung 1985, Sammlung und Besucherzahlen (hashmuseum.com); Hemp Museum Gallery / Palau Mornau Barcelona – Eröffnung 9. Mai 2012, Sammlungsumfang; Bobby Black, „Cannthropology: Sensi Seed Bank", Leaf Nation (März 2025); Karina Hof, „Preservation Is Our Duty: An Interview With Cannabis Giant Sensi Seeds", Leafly (2020); Sensi Seeds – Unternehmensangaben und Interview mit Ben Dronkers zum Firmenjubiläum (sensiseeds.com); HempFlax B.V. – Unternehmensangaben zu Gründung 1993 und Standorten (hempflax.com); High Times Cannabis Cup, Ergebnisse 1994

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