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Greenhouse - Strain Hunters auf DrGreen entdecken

Greenhouse - Strain Hunters
4 Min. Lesezeit
Alle Strains von Greenhouse - Strain Hunters zeigen
Inhalt · 6 Kapitel

Die meisten Samenbanken erzählen ihre Herkunftsgeschichte im Rückblick: ein Satz über ferne Länder, ein Gründungsjahr, fertig. Strain Hunters hat sie filmen lassen – mit Kamerateam, Moskitonetz und der ganzen Umständlichkeit, die dazugehört, wenn man Saatgut nicht bestellt, sondern in einem Dorf aushandelt, zu dem keine Straße führt.

Herausgekommen ist eine Dokumentarreihe, die seit 2008 läuft – und nebenbei eine Samenbank, deren Stammbäume sich lesen wie Reiserouten.

2008: Die Reihe beginnt in Malawi

Arjan Roskam und Franco Loja starteten die Strain-Hunters-Dokumentarreihe 2008, nach eigener Darstellung mit dem Vorsatz, der Welt zu zeigen, was es heißt, ein Strain Hunter zu sein. Die erste Reise führte nach Malawi, auf die Suche nach Malawi Gold – einer Landrasse, die das Haus selbst zu den bekanntesten Sativas der Welt zählt und die vor Ort alles andere als leicht aufzutreiben war.

Der Zuschnitt blieb über die Jahre gleich: kleine Teams, lange Anfahrten, Verhandlungen mit Bauern, deren Feld zugleich ihr Einkommen ist. Die logistischen Hürden des Strain Hunting nennt die Marke selbst „beträchtlich“ – eine der wenigen Untertreibungen in einer Branche, die sonst gern aufträgt.

Der Auftrag, den sich das Haus selbst gegeben hat

Strain Hunters fasst seinen Zweck ungewöhnlich eng: Landrassen aufspüren, lokalisieren und bergen, die bislang nicht untersucht worden sind – damit Forschung und Medizin überhaupt Material haben, an dem sie arbeiten können. Dahinter steht die Annahme, dass gerade diese Sorten gefährdet sind. Sie wachsen in abgelegenen Regionen, sie sind über Generationen in Isolation entstanden, und sie verschwinden, sobald sich die Bedingungen vor Ort ändern.

Gesammelt wird deshalb nicht nur Saatgut. Die Teams arbeiten mit den Bauern und sehen sich die Pflanzen in ihrem eigenen Ökosystem an, statt sie nur mitzunehmen. Das erklärte Ziel ist ausdrücklich nicht die Vitrine: Das Haus will die Landrassen in gut untersuchte Linien einkreuzen und so erhalten.

Die Route

Die Reihe führt ihre Ziele mit Jahreszahlen – eine für dieses Feld ungewöhnlich nachprüfbare Landkarte:

  • 2008 – Malawi
  • 2010 – Indien, im Himalaya
  • 2011 – Marokko
  • 2012 – Trinidad und St. Vincent, danach Jamaika
  • 2013 – Swasiland und Kolumbien
  • 2016 – Demokratische Republik Kongo
  • 2021 – Südafrika
  • 2024 – Thailand

Zu sehen war das Material unter anderem bei VICELAND und HBO; das Haus nennt daneben National Geographic und CNN. Für eine Samenbank ist das eine ungewöhnliche Öffentlichkeit – und der Grund, warum der Name Strain Hunters auch Leuten etwas sagt, die nie einen Samenkatalog aufgeschlagen haben.

Januar 2017

Franco Loja starb am 2. Januar 2017 im Alter von 42 Jahren an einer zerebralen Malaria, die er sich in der Demokratischen Republik Kongo zugezogen hatte – jenem Land, in das die Reihe 2016 gereist war. Loja war nicht der Begleiter des Projekts, sondern seine zweite Hälfte: Head Breeder von Green House Seed Co. und der Mann, der das mitgebrachte Material in Amsterdam weiterbearbeitete. Beerdigt wurde er in Barcelona.

Danach stand die Reihe still. Erst 2021 brach wieder ein Team auf, nach Südafrika, mit Simon, Dust und Oscar an Arjans Seite; 2024 folgte Thailand. Vier Jahre Pause sind in einem Geschäft, das im Jahrestakt neue Kreuzungen ankündigt, eine sehr lange Zeit – und die ehrlichste verfügbare Auskunft darüber, wie eng dieses Projekt an zwei Personen hing.

Was davon im Samen ankommt

Im Katalog lassen sich die Reisen an den Eltern ablesen. Afgooey verbindet Afghan mit Maui Haze; Big Tooth holt sich zusätzlich hawaiianische und nepalesische Herkünfte dazu. Reine Landrassen sind das nicht, und sie sollen es auch nicht sein – es ist genau der Umgang, den das Haus angekündigt hat: einarbeiten statt ausstellen.

Daneben steht der handfeste Teil des Sortiments. Money Maker führt Original Master Kush, Hindu Kush und Skunk zusammen, Damnesia kreuzt A.M.S. mit Amnesia Haze, White Lemon stammt aus El Niño und Super Lemon Haze, White Strawberry Skunk aus einer Schweizer Erdbeer-Linie. Flowerbomb Kush – Green Crack auf OG Kush – gewann 2012 den High Times Cannabis Cup. Skunk Auto und Damnesia Auto decken den automatisch blühenden Teil ab.

Das Haus dahinter

Strain Hunters ist kein Hinterhofbetrieb, sondern eine eingetragene Marke der GHSC Trading B.V. und gehört zu Green House Brands – jener Amsterdamer Struktur, die Arjan Roskam seit dem ersten Coffeeshop an der Tolstraat 1992 aufgebaut hat. Roskam gilt als der Züchter mit den meisten High-Times-Cups überhaupt; das Haus beziffert die eigene Sammlung auf über vierzig. Die Anschrift der Marke liegt bis heute in der Amsterdamer Haarlemmerstraat.

Diese Verwandtschaft erklärt auch, warum manche Linien im Strain-Hunters-Regal eher nach Amsterdamer Zuchtprogramm klingen als nach Dschungel: Beide Häuser teilen sich Vertrieb, Werkstatt und einen guten Teil der Genetik. Wer trennscharf zwischen Expeditionsmaterial und Hauskreuzung unterscheiden will, schaut auf die Elternlinien – der Markenname allein verrät es nicht.

Im Regal steht Strain Hunters damit für einen Gedanken, den die Branche gern behauptet und selten belegt: dass Herkunft eine Eigenschaft ist und keine Erzählung. Wer hier kauft, bekommt Genetik aus einem Haus, das seine eigenen Wege gefilmt hat – und das dafür einen Preis bezahlt hat, den keine Kreuzung je wieder einspielt.