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Lovin In Her Eyes auf DrGreen entdecken

Lovin In Her Eyes
Aurora, Colorado 3 Min. Lesezeit
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Der Markenname war zuerst eine Bildunterschrift. Bevor es etwas zu verkaufen gab, gab es Blütenfotos und den Rat eines Freundes, sie an einen Namen zu hängen. Der Name blieb hängen, die Bilder wurden mehr, und irgendwann fragten Leute nicht mehr nach dem Foto, sondern nach der Pflanze darauf.

Wer eine Marke plant, geht anders vor. Hier lief die Reihenfolge umgekehrt: erst die Arbeit, dann der Name, dann sehr viel später der Verkauf.

Von Phoenix nach Denver

Die Vorgeschichte spielt nicht im Gewächshaus, sondern unterwegs – Ende der Achtziger im Großraum Phoenix, 1994 auf Tour mit den Grateful Dead, 2011 die Begegnung mit ihrem heutigen Partner Andy bei einem Widespread-Panic-Konzert in Memphis. Dazwischen liegt der Umzug nach Denver 2008 und eine Medizinalkarte, mit der aus Interesse Praxis wurde: Ab 2009 wurde angebaut, später auch beruflich.

Auffällig ist, was in dieser Biografie fehlt – ein Gesicht. Die Inhaberin tritt öffentlich weder mit Namen noch mit Bild auf, und die Begründung dafür ist nüchtern: Wer als Frau jahrelang mit „bro“ angesprochen wird, während sie züchtet, verliert irgendwann die Lust an persönlicher Sichtbarkeit. In Frauenhand ist die Marke geblieben; das Tagesgeschäft führt sie heute gemeinsam mit Andy. Gemeldet ist das Ganze als Gesellschaft in Colorado, mit Anschrift in Aurora.

Der Weg vom Anbau zur Zucht

Züchten war nicht der Plan. Wer über Jahre entscheidet, welche Pflanze bleibt und welche geht, selektiert allerdings bereits – nur nennt es niemand so. Den Anstoß, aus dieser Routine ein Programm zu machen, gab Colin von Ethos Genetics.

Was danach folgte, sagt mehr über das Haus als jede Selbstbeschreibung: Die erste eigene Saat lag anderthalb Jahre, bevor sie herausgegeben wurde. Nicht aus Lagermangel, sondern aus Respekt vor dem Ergebnis – niemand sollte an Saatgut scheitern, für das man selbst geradesteht. Es ist ein Satz, den man in dieser Branche selten hört, und er erklärt das Tempo der Veröffentlichungen besser als jede Roadmap.

Harz, Terpene und der Umweg über Hasch

Ausgesucht wird nach Aroma und Harzbildung, mit einem klaren Blick darauf, was sich zu Hasch und Rosin verarbeiten lässt. Das ist keine Nebenbemerkung, sondern die Rückkopplung, aus der die Handschrift entsteht: Wer wäscht und presst, sieht einer Pflanze schneller an, was in ihr steckt – und wer besser anbaut, bekommt am Ende besseres Hasch.

Der größere Teil der Arbeit gilt inzwischen den eigenen Linien; ein kleinerer Rest bleibt bewusst für fremdes Material reserviert, das noch niemand im Haus durchgesehen hat. Diese Aufteilung ist der Unterschied zwischen einer Bank, die ihren Katalog verwaltet, und einer, die ihn weiterbaut.

Cajun Moon und die Familie darum herum

Die zweite Konstante neben der Selektion ist eine Mutter. Cajun Moon steht in den Sortenverzeichnissen als Elternteil von acht dokumentierten Kreuzungen dieses Hauses – Louisiana Pine etwa ist Triangle Kush mal Fruity Pebbles OG, gekreuzt mit eben dieser Cajun Moon; Cajun Moon BX führt sie über eine Rückkreuzung weiter.

Wer eine Linie so lange festhält, sucht keine schnellen Treffer. Er sucht Wiedererkennung – den Punkt, an dem mehrere Sorten aus demselben Haus dieselbe Herkunft schmecken lassen, ohne dass sie sich gleichen.

Bemerkenswert ist dabei die Geografie. Die Arbeit findet in Colorado statt, die Namen zeigen nach Süden: Cajun Moon, Louisiana Pine. Ein Herkunftsnachweis ist das nicht – gezüchtet wird an der Front Range, nicht am Golf. Es ist eher die Angewohnheit, einer Linie den Namen zu geben, der beim Betrachten im Kopf war, und ihn dann nicht mehr anzufassen.

Namen aus dem Plattenschrank

Bleibt die Sortenliste, die sich stellenweise liest wie eine Setlist. Spanish Moon trägt den Titel eines Little-Feat-Stücks, das lief, als die Sorte zum ersten Mal probiert wurde; Moonage Daydream und Cajun Moon stehen ebenso für Songs wie für Pflanzen. Das ist mehr als eine Marotte: Namen aus dem eigenen Plattenschrank klingen anders als Namen aus einer Marketingrunde – sie haben ein Datum, einen Abend und eine Anlage dahinter.

Lovin In Her Eyes ist damit keine Bank für Leute, die den größten Katalog suchen. Sie ist etwas für alle, die sehen wollen, was herauskommt, wenn jemand über Jahre an denselben Müttern arbeitet, nach Harz statt nach Schlagzeilen selektiert – und lieber anderthalb Jahre wartet, als etwas Halbfertiges herauszugeben.